© DAH / Bild: Matthias Heuser

Naloxontraining.de bietet App-Hilfe für den Drogennotfall

Die neue App und Webseite naloxontraining.de schulen den Einsatz des lebensrettenden Medikaments bei Opioid-Überdosierungen. Die Infos und Schulungsvideos lassen sich auch herunterladen und dann ohne Telefon-/Internetverbindung nutzen. Dazu muss man den Button „Zum Homescreen hinzufügen“ drücken.

Seit 2018 können Ärzt*innen Naloxon-Nasenspray verschreiben. Bei rechtzeitigem Einsatz kann das Medikament bei einer Opioid-Überdosierung Folgeschäden und Todesfälle durch einen Atemstillstand verhindern.

Naloxon hat sich als schnell wirkendes, hocheffektives und einfach anzuwendendes Gegenmittel bewährt und viele Menschenleben retten können. Deshalb ist es wichtig, dass das Nasenspray nicht nur Opiatkonsument*innen sowie Substituierten zur Verfügung steht, sondern auch deren Mitbewohner*innen, Partner*innen, Freund*innen sowie Mitarbeiter*innen aus dem Hilfesystem.

Verschrieben wird das Medikament allerdings erst nach einer kurzen Aufklärung für die Anwendung und Wirkung in der Arztpraxis. Eine von der DAH entwickelte Webseite und App will hier die Ärzt*innen entlasten.

Naloxontraining.de: Webseite und App sollen Ärzt*innen entlasten 

„Mit der App und Webseite naloxontraining.de wollen wir dazu beitragen, dass deutlich mehr Naloxon verordnet wird“, erklärt der DAH-Drogenreferent Dirk Schäffer. „Es muss unser Ziel sein, opioidbedingte Todesfälle durch Heroin, Fentanyl und auch Medikamente zur Substitution deutlich zu reduzieren, denn in den letzten Jahren standen 40 bis 60 Prozent der drogenbedingten Todesfälle mit Opioiden in Verbindung.“

Auf www.naloxontraining.de kann man mit drei kurzen, leicht verständlichen Videos lernen, wie man einen Drogennotfall und Anzeichen einer Überdosis erkennen und Erste Hilfe leisten kann.

Außerdem erfährt man, wie Naloxon wirkt und das Nasenspray richtig angewandt wird.

Die nötigen Kenntnisse zu Opioiden und zu Naloxon kann man in einem Online-Training erwerben, überprüfen und sich mit einer Bescheinigung bestätigen lassen.

„Wir hoffen, dass mit der Vorlage dieser Bescheinigung die Verschreibung von Naloxon-Nasensprays vereinfacht wird und Ärzt*innen entlastet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin ist über dieses neue Tool informiert und wir hoffen, dass sie wiederum ihre Mitglieder informiert“, sagt Dirk Schäffer.

Naloxontraining.de bietet auch eine Sofort-Hilfe-Funktion

Naloxontraining.de bietet zudem noch zwei weitere nützliche Funktionen.

Über den Button „Sofort-Hilfe“ erhält man alle notwendigen Informationen, wie bei einem akuten Notfall zu handeln ist. Daher ist es sinnvoll, sich „Naloxontraining“ auch als App auf das Mobiltelefon herunterzuladen. Ein weiterer Button auf dieser Seite ermöglicht es, mit einem Tastenklick einen Notruf unter der Nummer 112 abzusetzen.

Im Downloadbereich finden Aidshilfen und Drogenhilfeeinrichtungen eine Vorlage für Naloxon-Notfallausweise. Mit einem solchen Ausweis wird die Teilnahme an einer Vor-Ort-Kurzintervention bestätigt.

Den Naloxon-Notfallausweis kann man beispielsweise bei einer polizeilichen Überprüfung vorlegen und damit verhindern, dass das Medikament konfisziert wird.

(ascho)