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Affenpocken

Auf dieser Seite fassen wir die wichtigsten Infos zu „Affenpocken“ (auch Monkeypox oder MPX) zusammen und informieren über Übertragung, Symptome, Verlauf, Behandlung sowie Impfung und Schutzmöglichkeiten. Bei neuen Entwicklungen werden wir die Informationen fortlaufend aktualisieren. 

Stand: 23.06.2022

Die wichtigsten Infos zu MPX („Affenpocken“)

  • Bezüglich MPX („Affenpocken“) gibt es keinen Grund zur Panik, aber zur Aufmerksamkeit. Die Virusinfektion heilt in der Regel von alleine ab, kann aber äußerst schmerzhaft sein.
  • Erste Symptome sind Fieber, Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen sowie geschwollene Lymphknoten.
  • Einige Tage nach dem Fieber entwickeln sich teils sehr schmerzhafte Hautveränderungen – vom Fleck über Knötchen und Bläschen bis zu Pusteln und Wunden. Die Hautveränderungen beginnen oft im Gesicht, in der Genital- oder Analregion. Sie heilen in der Regel nach zwei bis vier Wochen von selbst ab, können allerdings Narben hinterlassen.
  • In der Regel kommt es nur durch engen, längeren Körperkontakt mit einer infizierten Person zu einer Übertragung, vor allem bei direktem Kontakt mit den Hautveränderungen oder Schorf (z. B. beim Kuscheln oder Sex). Auch über Gegenstände, die von Erkrankten beim Sex benutzt werden (zum Beispiel Sexspielzeug), können die Erreger übertragen werden.
  • Weitere Übertragungswege sind Gegenstände oder Oberflächen, die von Erkrankten benutzt oder berührt wurden, etwa Bettwäsche, Kleidung oder Handtücher, sowie Übertragungen von Angesicht zu Angesicht (durch das Einatmen von Tröpfchen, zum Beispiel wenn man angehustet oder angeniest wird).
  • Für Menschen mit schweren Verläufen ist seit Januar 2022 eine Therapie mit Tecovirimat zugelassen.

Quellen: RKI / UKHSA

Im Folgenden haben wir die wichtigsten Fragen zu den Affenpocken zusammengestellt.

Was haben Affenpockenviren (MPXV) und HIV gemeinsam?

Affenpocken und HIV haben nichts miteinander zu tun. Sie sind virologisch völlig unterschiedlich und verursachen ein gänzlich anderes Krankheitsbild. Affenpocken sind wesentlich leichter zu übertragen als HIV. Die Erkrankung heilt von selbst aus und wird nicht chronisch wie bei einer HIV-Infektion.

Was sind Affenpocken?

Das Affenpockenvirus (Monkeypox Virus oder MPXV) wurden zuerst bei Affen festgestellt. Daher haben sie ihren Namen. Man geht jedoch davon aus, dass sie eigentlich vor allem bei Nagetieren (z.B. Hörnchen und Ratten) zu finden sind. Eine Übertragung auf den Menschen ist beispielsweise durch Bisse, Körperflüssigkeiten (Tröpfcheninfektion) und Verzehr möglich. Sie gehören zu der Familie der Pocken, haben aber einen milderen Verlauf als die echten Pocken (Variola) und sind auch nicht so infektiös. Dennoch können sie starke Krankheitssymptome verursachen. 

Wie gefährlich sind Affenpocken?

Bei den meisten Menschen mit gesundem Immunsystem scheinen die Affenpocken einen milderen Verlauf im Vergleich zu den echten Pocken zu nehmen.

Dennoch kann es zu starken Krankheitssymptomen kommen: Hohes Fieber, schmerzende Lymphknoten, Muskeln und Hautausschläge. Teilweise muss im Krankenhaus mit starken Schmerzmitteln behandelt werden, wenn die Pocken-Pusteln beispielsweise im Analbereich oder Mund auftreten. Belastend wird auch die Isolation erlebt, die mindestens 21 Tage dauert.

Das RKI schätzt die Gesundheitsgefährdung für die breite Bevölkerung derzeit als gering ein.

Wie gefährlich sind Affenpocken für Menschen mit HIV?

Bislang lassen sich dazu keine gesicherten Aussagen treffen. Es scheint aber plausibel, dass HIV-Positive unter funktionierender Therapie und gutem Immunstatus nicht gefährdeter sind als andere. Bei Menschen mit stark geschwächtem Immunsystem könnte ein höheres Infektionsrisiko und ein höheres Risiko für einen schwereren Verlauf bestehen. Hierzu fehlen bislang aber belastbare Daten.  

Wie werden Affenpocken übertragen?

MPX-Viren (Affenpocken-Viren) sind relativ schwer übertragbar. Es braucht in der Regel engen Körperkontakt (z.B: beim Kuscheln oder Sex) und direkten Kontakt mit dem Erreger, damit das Virus in den Körper eindringen kann. Alle wichtigen Informationen zur Übertragung von Affenpocken haben wir hier zusammengestellt.

Welche Symptome rufen Affenpocken hervor?

Nach einer Infektion mit Affenpocken können nach 7 bis 21 Tage folgende Symptome auftreten:

  • Fieber,
  • Kopf, Muskel- und Gelenkschmerzen,
  • geschwollene Lymphknoten,
  • Ausschlag (z.B. Pusteln) nach etwa 5 Tagen nach den ersten Anzeichen, der oft im Gesicht oder im Genital- und Analbereich beginnt und sich auf andere Körperteile ausbreiten kann.

Je nachdem wo die Pocken-Pusteln auftreten, können sie starke Schmerzen verursachen (z.B. im Analbereich oder Mund). Es kann auch bei der Rückbildung der Pusteln zur Narbenbildung kommen.

Wie verläuft die Infektion mit Affenpocken?

Etwa 1 bis 3 Tage nach Einsetzen der ersten Symptome (Fieber, Kopf-, Gelenk-, Muskelschmerzen) entwickelt sich ein Ausschlag. Der Ausschlag ist nach etwa 21 Tagen nach Infektion durchstanden und durchläuft mehrere Stadien:

  1. Flecken ohne Erhebung: Der Ausschlag beginnt meist im Gesicht oder im Genitalbereich und breitet sich binnen 24 Stunden auf andere Körperteile wie Arme und Beine, Hände und Füße, einschließlich Handflächen und Fußsohlen aus.
  2. Papeln: Die Flecken beginnen sich zu erhöhten Knötchen zu entwickeln.
  3. Vesikel: Nach etwa vier bis fünf Tagen füllen sich die betroffenen Bläschen mit klarer Flüssigkeit.
  4. Pusteln: Nach etwa sechs Tagen sind die Bläschen stark erhöht und mit einer undurchsichtigen, gelblichen Flüssigkeit gefüllt.
  5. Schorf: Die Pusteln verkrusten und es bildet sich Schorf, der nach etwa einer Woche abfällt.

Nach dem Abfallen des Schorfs ist keine Übertragung mehr möglich. 

Quelle:
CDC / WHO

Bis 1976 in der BRD und bis 1982 in der DDR galt die Impfpflicht gegen Pocken. Viele, die bis zu dieser Zeit geboren wurden, haben diese typische Pockenimpfnarbe am Oberarm. (Bild: Cristian Storto Fotografia | iStockphoto)

Wie kann man sich vor Affenpocken schützen? Gibt es eine Affenpocken-Impfung?

Zunächst einmal sind Affenpocken nicht so einfach übertragbar. Man braucht engen körperlichen Kontakt mit einer infizierten Person. 

Es gibt eine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) die derzeit medizin-techniisches Personal und Menschen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten, im Fokus hat.

Das RKI weist jedoch darauf hin, dass eine Impfung gegen die echten Pocken (Variola) auch einen Schutz gegenüber den weitaus schwächeren Affenpocken bietet.

Auf folgender Seite findest du alle wichtigen Infos zur Affenpocken-Impfung.

Ansonsten sollte der Kontakt mit infektiösen Körperstellen vermieden werden. Dies sind in der Regel die pustelartigen Hautveränderungen. Eine Mund-Nasen-Maske kann das Einatmen von Tröpfchen beim Niesen oder Husten bei Kontakt mit einer infizierten Person verhindern. 

Was tun bei Verdacht auf Affenpocken?

Sollten ungewöhnliche Hautveränderungen auftreten, sollten diese ärztlich abgeklärt werden. Engen körperlichen Kontakt zu anderen vermeiden und auf Hygiene achten (z.B. Kontakt zu Kleidung, Handtüchern, Bettwäsche von infizierten Personen meiden).  

Wie können Affenpocken behandelt werden?

Meist braucht es keine Behandlung von Affenpocken. In der Regel heilt die Krankheit von alleine aus. Bei Bedarf können Symptome (z.B. Fieber und Schmerzen) behandelt oder gelindert werden. Für schwere Verläufe ist das Medikament Tecovirimat zugelassen.

Wie lange bleiben Affenpockenviren (MPXV) aktiv?

Affenpockenviren können über lange Zeiträume (Tage bis Monate) auf Oberflächen (z.B. Gläser, Besteck, Nachttisch) oder Stoffen (z.B. Bettwäsche oder Handtücher) überleben und infektiös sein. Daher ist eine gute Hygiene notwendig.

Betrifft Affenpocken nur schwule Männer oder Männer, die Sex mit Männern haben?

Nein. An Affenpocken können alle Menschen erkranken. Es handelt sich auch nicht um eine sexuell übertragbare Infektion im engeren Sinne. Enger Körperkontakt, den man nicht nur beim Sex hat, reicht für eine Übertragung aus. 

Dennoch betreffen die derzeit festgestellten Infektionen fast ausnahmslos Männer, die häufigen Sex mit wechselnden Männern hatten. 

Weitere Informationen gibt das Robert Koch-Institut (RKI).