KEIN AIDS FÜR ALLE! – Eine Kampagne auch für Ärzte und Ärztinnen

Die Krankheit Aids ist vermeidbar – durch rechtzeitige Diagnose und Behandlung der HIV-Infektion. Die Kampagne KEIN AIDS FÜR ALLE der Deutschen AIDS-Hilfe, die am 12. Mai mit einer großen Veranstaltung in Berlin von der ehemalige Bundestagspräsidentin und Gesundheitsministerin Prof. Dr. Rita Süssmuth eröffnet wurde, will nun erreichen, dass im Jahr 2020 niemand mehr an Aids erkrankt.

Obwohl es längst vermeidbar wäre, erkranken in Deutschland zurzeit rund 1.000 Menschen pro Jahr an Aids – die meisten, weil sie nichts von ihrer Infektion wissen und deswegen nicht rechtzeitig mit einer Therapie beginnen. Andere erhalten keine Medikamente, obwohl ihre HIV-Infektion ihnen bekannt ist. Beides will die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) ändern – mit Kooperationen und vielen innovativen Maßnahmen für ganz verschiedene Zielgruppen. Ärztinnen und Ärzte sind eine von ihnen.

Angst ist einer der vielen Gründen für die lebensgefährlichen Spätdiagnosen – Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung. Gepaart mit fehlendem oder auch veraltetem Wissen über die Erfolge in der HIV-Therapie entsteht so ein gefährlicher Cocktail. Und von diesem ist nicht nur die Patient_innenseite betroffen. Auch Ärzt_innen scheuten die Auseinandersetzung mit dem Thema HIV und Sexualität, berichteten der HIV-Spezialist Dr. Keikawus Arastéh vom Auguste-Viktoria-Klinikum Berlin und Dr. Annette Haberl, Leiterin des Bereichs HIV und Frauen im HIVCENTER Frankfurt/Main, auf der Auftaktveranstaltung in Berlin. Themen, die Männer die Sex mit Männern haben (MSM, Frauen und deren Sexualität außerhalb der Reproduktion oder auch Sexualität im Alter und somit sexuell übertragbare Krankheiten betreffen, werden in vielen Arztpraxen vermieden. So sei z.B. der Fakt, dass insbesondere unter Frauen die Anzahl der Spätdiagnosen hoch ist, nicht wirklich überraschend. Weiterbildungsangebote für Beschäftige im Gesundheitssystem wie das DAH-Programm „Let’s talk about Sex“ seien deshalb ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, so Annette Haberl.

Weitere Informationen dazu, wie die Kampagne KEIN AIDS FÜR ALLE Ärztinnen und Ärzte – z.B. über verschiedene Medien – dabei unterstützt, Symptome richtig zu deuten und im richtigen Moment einen HIV-Test anzubieten, finden sie hier.